Synthesizer Vergleichstest
Albino2 - D'cota - ES 2
Um es gleich vorweg zu nehmen, jeder der vorgestellten Synthesizer ist eine Klasse für sich. Die Klangqualität des D'cota ist wohl am ausgereiftesten, das Klangspektrum des es2 am breitesten und der Albino2 wartet mit einem genialen Arpeggiator und der mit Abstand durchdachtesten Benutzerführung auf. Leider ist der es2 nur über den Kauf von Logic Pro zu bekommen - mit Glück lässt sich auf dem Gebrauchtmarkt jedoch ein Exemplar erwerben, was für Nutzer von Logic Express durchaus eine Überlegung wert ist. D'cota wird als VST Instrument ausgeliefert (Mac OS X, OS 9 und PC Version in einer Box), lässt sich aber über den fxpansion VST-AU Adapter ebenfalls in Logic oder GarageBand nutzen.

Alle vorgestellten Synthesizer können Monophon oder mit bis zu 32 Stimmen gespielt werden und besitzen Modulationsparameter um zum Beispiel die Lautstärke an die Anschlagstärke oder den Verlauf der Wellenform anpassen. Für weitere Flexibilität sorgen LFO's (Niederfrequenzoszillatoren), die speziell zur Modulation von Parametern gedacht sind. LP, HP, BP und Notch Filter, Hüllkurven und Regler für Panorama, Verzerren und Übersteuern sowie den Mix der verschiedenen Oszillatoren sind ebenfalls generell vorhanden. Jeder Synthesizer gestattet die individuelle Definition von Envelopes durch Attack (wie schnell wird Maximalpegel eines Tons erreicht), Decay (die Zeit bei gehaltener Taste, die bis zum Absenken auf Sustain Niveau verstreicht), Sustain (Lautstärke bei weiterhin gedrückter Taste) und Release (Zeit zwischen dem loslassen der Taste bis zum verklingen des Tons). Natürlich sind Standardeffekte wie Distortion, Glide, Chorus, Flanger oder Phaser neben einer Midi-Learn Funktion ebenfalls mit von der Partie. Wer etwas neues ausprobieren möchte, aber sich nicht kreativ fühlt, dem bieten alle Synths ebenfalls einen Zufallsgenerator an. Im folgenden werde ich auf die Stärken und Schwächen der einzelnen Kandidaten näher eingehen, ohne die überwiegend in "gleichwertiger Qualität" vorhandenen "Standardfunktionen" zu berücksichtigen.


Albino2

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Der Albino wartet mit 3 Synthese Verfahren (Analog, Digital, Noise), 4 Oszillatoren, 2 Filtern, 8 Envelopes, 4 LFO's und über 1250 inspirierenden Presets auf. Seine Stärke sind harte, kristallklare Leadsounds und beeindruckende Arpeggiator Sounds, die dank der Kopplung mit einem Step Sequenzer eine individuelle Note erhalten können. Trance lastige Ambient Klänge sind dem Albino ebenfalls zu entlocken. Seine Schwäche ist die Analoge Synthese, die sich klanglich kaum von der digitalen Unterscheidet - leider fehlt hier die Möglichkeit dem harten Elektrosound des Albino einen warmen natürlichen Analog-Charakter einzuhauchen.

Synthesizer Neulinge werden sich insbesondere über die durchdachte Benutzerführung freuen, die den Einsteig in diese doch sehr komplexe Materie durch Übersichtlichkeit und logische Anordnung der einzelnen Elemente erheblich vereinfacht. Das englische Handbuch ist dagegen weniger einsteigerfreundlich. Es erklärt zwar alle Funktionen des Albino, aber Hinweise für Einsteiger über die Zusammenhänge und Funktionsprinzipien sind eher spärlich gesät. Ein paar Tutorials hätten dem Gesamteindruck ebenfalls nicht geschadet. Zum Glück stehen massig gute Voreinstellungen bereit, die an die eigenen Wünsche angepasst werden können und bestimmt einen Preset der den Vorstellungen recht nah kommt enthält.

Oszillatoren und Synthesearten
Es werden immer zwei Oszillatoren gleichzeitig dargestellt. Mit Knöpfen kann zwischen den Oszillatoren 1/2 sowie 3/4 umgeschaltet und einzelne Oszillatoren unmittelbar ein- und ausschaltet werden. Die Ausgabe des Oszillators ist an Filter 1 oder 2 oder beide Filter gleichzeitig möglich. Zur Signalmodulation von Oszillator 2 bzw. 4 kann das Signal von Oszillator 1 bzw. 3 ebenfalls genutzt werden. Neben der Lautstärke lässt sich auch die Balance (Stereopanorama) pro Oszillator getrennt festlegen.

Jeder Oszillator kann mit einer eigenen Syntheseart betrieben werden. Wer Lust hat, kann somit alle Synthesearten des Albino (Digital, Analog und Noise) gleichzeitig betreiben.
Am flexibelsten ist die Digitale Syntheseart die gleichzeitig auch die einsteigerfreundlichste ist. Obwohl keine eigenen Kurven gemalt oder importiert werden können, bieten die vorhandenen wave-sets genügend Auswahl um etwas zu finden, das der eigenen Vorstellung am ehesten entspricht, zumal sich die Kurvenwiederholungen ebenfalls sehr flexibel an die eigenen Wünsche anpassen lässt. Da sich mit dem digitalen Synthesizer ebenfalls die Klänge und Wellenformen des Analogen Synthesizer nachbilden lassen, wirkt die Analoge Syntheseart insbesondere durch den mit der digitalen Synthese identischen Klangcharakter wie ein zusätzliches aber überflüssiges Gimmick. Ganz anders sieht es mit der "Noise" Methode aus, die den Klangcharakter durch ein Grundrauschen diffizil verändert. Mit den richtigen Filtereinstellungen und gezielter Effektwahl ist alles möglich: vom unauffälligen natürlichem "Schallplattenrauschen" bis hin zu einem Orkan, der dem Albino Sound einen unheimlichen Touch verleihen kann.

Die Envelopes
Neben Envelopes für jeden Oszillator stehen weitere vier Envelopes zur Modulation von Filter 1, Filter 2, Amp und sogar der Modulations Matrix selbst bereit. Der Albino Envelope besitzt den zusätzlichen Regler Fade, mit dem das Sustain Signal langsam ausgeblendet oder das Signal verstärkt werden kann. Weiterhin wird neben dem Standard Envelope ein "5 Stage" Envelope angeboten, der unabhängig von der Spielweise arbeitet - also stets die angegebenen Zeiten und Stärken von Attack, Sustain, Fade und Release durchläuft, egal wie kurz oder lang eine Taste gedrückt wurde.

Der Arpeggiator
Ein echtes Highlight ist der mit einem Step Sequenzer kombinierten Arpeggiator. Oktavumfang, Geschwindigkeit und Spielweise lässt sich vielfältig anpassen. Von einem Rhythmus und taktgetreuem Akkordmodus bis hin zu einem swingendem und zufällig ausgewählten Pattern ist hier alles möglich. Die einzelnen Steps lassen sich zudem in der Anschlagstärke variieren, was über die Mod Matrix wiederum vielseitige Klangvariationen gestattet.
Da der Arpeggiator neue Klänge taktgerecht einbindet, gelingt selbst dem untalentierteste Keyboarder und blutjungen Einsteiger ein unmittelbares Aha Erlebnis.
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Der recht aufwendig und komplex klingende Sound besteht aus nichts weiter als gehaltenen Akkorden - etwas in diesem Stil kann innerhalb von Sekunden und ohne Melodie Idee mit dem Albino eingespielt werden.

Effekte
Neben den üblichen Standards wartet Albino zusätzlich mit Delay sowie einem Reverb Effekt auf. Letzterer sorgt nicht für realitätsnahen Raumklang, hilft aber das Klangbild effektiv zu verändern. Auch die Möglichkeit zusätzlich zu Filter 1 und 2 zwei weitere Filter über die beiden Effektslots zur Klangbearbeitung hinzuzuschalten ist eine Erwähnung wert. Da die Oszillatoren an beide Filter gleichzeitig geroutet werden können und die beiden Filter wiederum jeweils einen Effektslot ansprechen können, wird es möglich Oszillatoren je nach Bedarf durch einen oder alle vier Filter Modi mitsamt Cutoff etc. zu senden!

Fazit zu Albino2
Der Albino2 ist ein erstklassiger Synthesizer für Freunde harter und klarer Elektrosounds. Er ist trotz seiner umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten angenehm einfach zu bedienen und im Vergleich zu anderen Synthesizern ebenfalls sehr übersichtlich. Lediglich Schwächen bei der analogen Synthese und das (im Vergleich zu D'cota und es2) etwas eingeschränkt wirkende Klangspektrum verhindern, dass Albino2 wunschlos glücklich macht. Auch die Prozessorbelastung ist recht hoch - wer mit mehreren Spuren arbeiten will und noch keinen Dual G5 besitzt, wird schnell auf die hoffentlich vorhandene Freeze Funktion des Sequenzers zurückgreifen oder die Stimmanzahl auf 2-4 drastisch reduzieren müssen. In diesem Zusammenhang stört man sich dann auch nicht weiter an der fehlenden multitimbralität von Albino. Nutzer von Cubase können sich über die volle Unterstützung zur Automatisation von Albino freuen, unter Logic Pro fällt dagegen negativ auf, dass nicht alle Elemente automatisiert werden können. Immerhin wird die Mehrzahl der Parameter automatisch erkannt und auch ohne zuvor den richtigen Eintrag als Automatisations-Spur auswählen zu müssen, entsprechend eingezeichnet.

Klangbeispiele vom Hersteller LinPlug

Systemvoraussetzungen
VST 2.0 oder AU kompatible Host Anwendung
500 MHz, Mac OSX 10.2.6 or higher

Preis und Bezug
199 Euro, LinPlug.com


D'cota

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Der D'cota besitzt 8 fache multitimbralität, 4 Stereo Ausgangspaare sowie 1-32 fache Polyphony. Neben Subtraktiver (3 Oszillatoren) zählt auch Spektrale (bis zu 6 Oszillatoren) und Wave Synthese (ein Impulsgeber) zu seinen Fähigkeiten. Die Envelopes sind neben dem "üblichen" Retrigger ebenfalls mit einer Punch Option ausgestattet. Punch hält den Maximalpegel von Attack einige Millisekunden, bis die Decay Phase anläuft. Die Synthesearten gelten global, sind also nicht für jeden Oszillator einzeln definierbar. Tatsächlich ändert sich mit der Wahl der Syntheseart ebenfalls Anzahl und Art der zur Verfügung stehenden Werkzeuge sowie Konfigurationsparameter. Zum Glück finden sich Kernelemente wie Modulation, LFO's (zwei), Envelopes (vier) oder Effektparameter (bis zu drei gleichzeitig) in jedem Synthese Fenster an der gleichen Stelle wieder. Dennoch variieren die einzelnen Synthese Bereiche in der Handhabung stark voneinander.

Selbstverständlich arbeitet das Steinberg Produkt mit Cubase hinsichtlich der Automatisation perfekt zusammen. Allerdings trifft dies nicht für Logic User zu. Prinzipiell lassen sich zwar (fast) alle Elemente Automatisieren, zuvor muss jedoch die entsprechende Kategorie als Automatisationsspur in Logic ausgewählt werden. Da die meisten Parameter in der Logic Automatisationsliste mit n/a erscheinen ist dies kein erfreuliches Unterfangen. Auch das laden einer anderen Soundbank schlägt im mit dem VST-AU Adapter von fxpansion erstellenten component fehl. Um andere Soundbänke als die Startbank zu laden, muss die gewünschte Datei zur Startbank umbenannt und D'Cota neu gestartet werden.

Analoge (Subtraktive-)Synthese
Hier bietet D'cota 3 Oszillatoren, Ringmodulation, Frequenzmodulation, Wellenformmodulation, Gilde einen Noise Generator und einen Arpeggiator. Insgesamt stehen 64 Wellenformen zur Auswahl bereit, die im Handbuch verständlich beschrieben sind. Der D'cota eigene, sehr natürlich wirkende Analog Sound der aliasing freien Oszillatoren kommt über die Subtraktive-Synthese am stärksten zu tragen - es macht einfach Spass der komplexen Klangentwicklung zu lauschen und Feineinstellungen an den Parametern vorzunehmen. Wer Glockenähnliche Sounds erzeugen möchte, wird von der hochwertigen Ringmodulation sicher begeistert sein.
Klangbeispiel: Big Lead WMF

Spektrale Synthese
Die Spektrum Seite des D'cota stellt das breiteste Klangbild des Synthesizers bereit. Mit zwei Formantfilter deren Filterkurven bei Bedarf selbst gezeichnet werden dürfen sowie verschiedener Oszillator Gewichtung lassen sich harmonische und disharmonische Lead Sounds, Orgelklänge und sogar ein Chorgesang artiger Klang erzeugen. Zum Feintuning stehen Glide, zwei Cutoff Regler und ein Morph Knopf zum Mischen der Spektralfilter bereit.
Klangbeispiele: Preset Gregorian WMF, Preset X-Files

Wave Synthese
D'cota arbeitet in der Wave Synthese mit drei parallelen Kammfitern und den daraus entstehenden Rückkopplungseffekten. Die Wellenform des Impulsgebers lässt sich aus Presets auswählen aber auch selbst einzeichnen. Als Besonderheit wird die zweite Wellenform automatisiert gespiegelt eingezeichnet. Die Wellenformen lassen sich beliebig über den Morph Knopf mischen. Über das Phrase Modul können bis zu 16 Tasten mit wiederum bis zu 16 nacheinander automatisiert gespielten frei definierbaren Tönen "belegt" werden. Auch die Anschlagsstärke und sogar eine frei definierbare Modulation auf beliebig viele Parameter lassen sich neben einem legato Modus und einer Verzögerung aller "gerader" Noten, sowie einer fünf stufigen Step Länge definieren. Schade, dass der Step-Sequencer nicht mit dem von der Analog Seite bekannten Arpeggiator kombiniert wurde!
Der Wave Bereich zählt zu den am einfachsten nachvollziehbaren Synthesearten des D'cota. Dies liegt daran, dass "lediglich" zwei Wellenformen vorhanden und die Regleranzahl ebenfalls recht überschaubar ist. Dennoch ist die Wave Synthese erstaunlich vielseitig und reicht von natürlich klingenden Sounds bis hin zu schrägen Effekten.
Klangbeispiel: Plucked In

Fazit zu D'cota
Der Grundcharakter des D'cota ist wesentlich dunkler als der von Albino2 und es2, weshal sich der Steinberg Synth perfekt für unaufdringliche Sounds sowie zur stilechten Untermalung eines Horrorstreifens eignet. Auch wenn D'cota durchaus für Leads zu gebrauchen ist, liegt die Stärke des Programms vor allem in warmen und vollen atmosphärischen Background Pads, glocken artigen Klängen und Effekten. Kristallklare und harte elektronische Leads, sind nur schwer und nicht unbedingt den eigenen Wunschvorstellungen gemäß realisierbar.
Eine sehr interessante Alternative zur D'cota Vollversion ist Steinbergs Virtual Instruments Collection, die unter anderem eine SE Version des D'cota mit einem auf 16 Stimmen reduzierten und auf 2 Oszillatoren beschränkten Analog Bereich enthält. Die Klangqualität der SE Version ist (fast) mit der Vollversion identisch und für alle interessant, die D'cota lediglich ab und zu als Ergänzung des Klangspektrums bereits vorhandener Sounds nutzen möchten.

Demosongs der D'Cota Website von Steinberg

Systemvoraussetzungen:
Prozessor: G4 400 MHz VST- oder AU-Host (component mit fxpansion AU-VST Adapter erstellbar) Preis und Bezug
249 Euro (Vollversion) / 149 Euro (SE), http://www.steinberg.de


es2

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Der Emagic Synthesizer zählt mit seinem äußerst umfangreichen Klangspektrum zu einem der Highlights der "Zugaben" von Logic Pro. Über harte Elektroleads, atmosphärische Klänge und Drumbeats bis hin zu ungewöhnlichen Effekten sowie elektronischen Interpretationen von Orgelklängen, Blas- und Streichinstrumenten ist alles in guter bis sehr guter Qualität möglich. Dies erreicht der es2 trotz seiner eher unspektakulären Ausstattung von drei Oszillatoren, 3 Envelopes, 2 Filtern und 2 LFO's. Wer einen Noise Effekt verwenden möchte, muss hierzu sogar den dritten Oszillator Opfern. Die hohe Flexibilität des es2 lässt sich mit einem umfassenden Paket an recht eigenwilligen und teils sehr komplizierten Sonderfunktionen erklären.

Mischen und Modulieren
Das Mischverhältnis der drei Oszillatoren kann in einem Dreieck intuitiv angepasst werden. Am besten geschieht dies während der Klangwiedergabe. Die Modulation einzelner Parameter wird über eine Routing genannte Matrix definiert. Als Besonderheit kann über ein Quadrat die Auswirkung zweier Modulationsparameter zusätzlich beeinflusst werden. Über die Vektor Hüllkurve ist das Mischungsverhältnis der Oszillatoren sowie die Cursor Positionen des Quadrats in bis zu 15 Steps frei definierbar. Die Dauer einzelner Steps ist beliebig definierbar und sogar ein Loop Bereich kann festgelegt werden. Diese Leistungsfähigen Funktionen gestatten dem es2 Anwender den Klangverlauf und Charakter eines Tons drastischer zu ändern als mit jedem mir bekannten Synthesizer. Schade ist eigentlich nur, dass die Modulationsziele des Quadrats global festgelegt werden müssen und nicht einzelnen für jeden Step der Vektor Hüllkurve definierbar sind.

Filterschaltungen
Die beiden Filter des es2 können parallel (Filter liefern ein Mono Signal, das über ENV3 wieder in ein Stereo Signal gemischt wird) oder seriell (nach Filter 1 wird Filter 2 durchlaufen) verschaltet sowie stufenlos übergeblendet werden. In Filter 2 verhindert die Fat Option eine Absenkung der Bässe durch anheben der Resonanz auf Wunsch automatisch. Filter 1 fehlt eine vergleichbare Option, weshalb bei Resonanz Anpassungen die serielle Verschaltung einen gewissen Vorteil besitzt.

Die Schattenseiten
Größter Nachteil des es2 ist seine Handhabung. Die kleinteilige Bedienung strengt bei längeren Sessions selbst auf meinem 20" Cinema Display zu stark an. Die mobile Nutzung auf einem Powerbook gerät förmlich zur Qual, so dass man auf Sound-Experimente lieber verzichtet und generell auf die bereits erstellten oder die vielen mitgelieferten Presets zurückgreift. Weiterhin finde ich es störend dass nur drei Effekte (Chorus, Flanger und Phaser) vorhanden sind und diese noch nicht einmal miteinander kombinierbar sind. Warme Analogsounds gelingen ebenfalls bei weitem nicht so gut wie im D'cota.

Fazit es2
Aufgrund des breiten Klangbildes können viele Aufgaben mit dem es2 im Alleingang bewältigt werden. Das deutsche Handbuch erklärt auf über 150 Seiten sämtliche Detailfragen zum es2 und bietet Einsteigern wichtige Informationen über die Funktionsprinzipien von Synthesizern. Allerdings kann dies auch zusammen mit den Workshops nichts an der Tatsache ändern, dass Einsteiger vom es2 definitiv überfordert sind. Die komplizerte und kleinteilige Handhabung, der Mangel an Effekten sowie kleine Schwächen bei der Erzeugung von Sounds mit analogem Charakter sind daran Schuld, dass der es2 an der Wunschvorstellung des perfekten Synthesizers knapp vorbei schliddert. Wer den es2 näher kennen gelernt und die Details der Handhabung verstanden hat, wird diesen flexiblen Synthesizer jedoch nicht mehr vermissen wollen.

Klangbeispiele marke Eigenbau:
Glocken Vibes
BRS Brass Section HM
Trem Wurlitzer
Big Trance Now
Effekte: Sonar, Space Level 5

Systemvoraussetzungen: Logic Pro

Preis und Bezug
999 Euro (Logic Pro Paketpreis), www.emagic.de (Soundbeispiele im "Demoplayer window" - siehe grüne Flash-Animation im rechten Menübereich; etwas Geduld erforderlich)