| Orgel Vergleichstest
B4/B4Xpress - daOrgan - evb3 |
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Eine Orgel hat mehr Tasten als ein Klavier, die jedoch nicht anschlagsdynamisch sind. Spätestens beim Blick auf das Fußmanual und die Zugriegel der Hammond Orgel wird klar, dass wer eine Orgel spielen will mehr braucht als ein anschlagsdynamisches Keyboard. Allerdings gilt dies nur für höchste Authenzität - daOrgan ist die Rettung für alle die einen Orgelsound verwenden möchten, ohne gleich ein zweites Masterkeyboard sowie ein Fußmanual anschaffen und Orgel Unterricht nehmen zu müssen. Insbesondere bei Nutzung des Fußpedals erhält man bei einer authentischen Orgel Simulation schnell ein häßliches Klangbild, das ich mit einem Vergleich zwischen evb3 (Einstellung Cathedral Full, häßlicher Sound) sowie daOrgan (Einstellung Jungle Organ, klingt wie von mir eigentlich erwartet) demonstrieren möchte: evb3_daOrgan.mp3 Es ist sehr deutlich zu hören, dass bei aktivierter Anschlagsdynamik daOrgan auch bei mit dem Fußpedal gehaltenen Tönen eher die Arbeitsweise eines Klaviers verwendet. Mit deaktiver Anschlagsdynamik steigert sich das Soundvolumen und der Pegel gehaltener Noten jedoch auch in daOrgan, wie bei einer echten Orgel. Wer Orgel spielen kann oder es lernen möchte, der findet in der B4 und der in Logic Pro enthaltenen evb3 eine kostengünstige Alternative zu einer echten Orgel. Für alle anderen kommt eigentlich nur daOrgan in Frage. B4/B4Xpress
Wer sich weder an den fehlenden Einstellmöglichkeiten stört noch ein zweites Keyboard besitzt, dem will Native Instruments demnächst auch die Erweiterung von B4Xpress und den anderen Xpress-Synths mit Addon-Sounds offerieren. Wahre Orgelfreunde kommen jedoch nicht am Erwerb der B4 Vollversion vorbei, was gleich an drei guten Gründen liegt: Neben deutlich erweiterten Einstellungsmöglichkeiten inkl. Rotor, Mikrofon und Tube Amp Reglern gibts ein Tonewheel-Set, mit dem bei Bedarf der Hammond B3 Sound in eine Vox Continental, Farfisa oder eine Harmonium verwandelt werden kann. Als besonderen Leckerbissen erleichtert für 399 Euro der Hardware B4D Zugriegel-Controller Anpassungen während dem Spiel. Fazit Wer die richtige Ausrüstung besitzt, kann mit B4 Xpress kostengünstig testen, ob ihm die authentische Orgelspielweise und der Klangcharakter der B3 Variante von Native Instruments gefällt, ohne gleich die deutlich teurere Vollversion erwerben zu müssen. Angesichts des gebotenen Klangspektrums und der vollwertigen Unterstützung zweier Keyboards sowie eines Fußmanuals bietet B4 Xpress eine hochwertige Orgelsimulation zum Schnäppchenpreis. Klangbeispiele zur B4 von Native Instruments Systemvoraussetzungen Mac OS 10.2.6 oder höher, G4 500 MHz, 512 MB RAM Preise: B4: 199 Euro B4 Xpress 39 Euro (Download Version) Xpress Keyboards 79 Euro (Download Version) oder 99 Euro (Boxed Version) Paket enthält Xpress Versionen der B4 und der beiden Synthesizer FM7 sowie Pro-53, die wie B4 Xpress mit sehr schönen Sounds aber nur wenig Einstellmöglichkeiten versehen sind. Vollversionen sind gegen Aufpreis erhältlich. Bezug: nativeinstruments.de daOrgan
Auch die übrigen Einstellungen können sich durchaus sehen lassen - neben 9 Zugriegeln finden sich Regler für Übersteuerung, Anschlagsgeräusch (Click), Vibrato sowie Percussion und sogar dem Motor Brummen der B3. Interessant ist, dass daOrgan bei halben Reglerwert das verhalten der B3 am authentischten simuliert und daher bei vollem Anschlag die Klangeigenschaften von Motorbrummen, Übersteuerung und Rotorverhalten sozusagen mit doppelter Leistung der B3 arbeiten. Fazit daOrgan lässt abgesehen von der fehlenden Unterstützung für ein zweites Keyboard und der halbherzigen Berücksichtigung eines Expressionpedals (über Midi Learn an Lautstärke Regler koppelbar) kaum Wünsche übrig. Die Automatisationsunterstützung ist für Cubase als auch Logic vorbildlich realisiert. Wer die Anschlagsdynamik (Schalter Vel) aktiviert, erhält einen durchaus glaubhaften Orgelsound, der sich wie ein Klavier verhält und bedenkenlos mit dem Fußpedal gespielt werden kann. Soundbeispiel (Selfmade) "elise" direkt aus Klavierspur übernommen (Einstellung: Church Organ mit ausgeprägtem Click, Schnell rotierenden Lautsprechern und einem Schuß Spread). Weitere Infos und Demo von LinPlug Systemvoraussetzungen: AU / VST2.0 300 MHz, Mac OSX 10.2.6 or higher evb3
Die altehrwürdige Hammond B3 stand auch für die evb3 Pate. Die Logic Variante wirkt auf mich sehr authentisch und besitzt einen ganzen Berg interessanter Einstellungsmöglichkeiten. So lässt sich das Lautstärkeverhältniss zwischen Upper und Lower Pedal sowie die Auswirkung des Expression Pedals getrennt einstellen, Preset Tasten ermöglichen zwischen verschiedenen Zugriegeleinstellungen schnell und einfach zu wechseln und nicht zuletzt gibt es ein ganzes Paket an Parametern um den Klangcharakter verschiedener Eigenschaften des Originals flexibel einfließen zu lassen oder gänzlich auszublenden. Hierzu zählen unter anderem Clickverhalten, Bass Filter, Filter Age und sogar Random FM - die altersbedingte Unwucht der Schwungräder. Auch bei den Effekten wurde geklotzt und nicht gekleckert. So finden sich neben den Standards Leslie, Vibrato, Verzerrer und Distortion auch Equalizer, Wah und Reverb. Zum Glück wurde der evb3 ein sehr gutes deutsches Handbuch beigelegt, das alle Details ausführlich bespricht und ebenfalls einen kurzen Blick auf die Additive Synthese mit Zugriegeln sowie die Geschichte der Hammond-Orgel wirft. Dank der umfangreichen Preset Sammlung die auch Soundeinstellungen von bekannten Orgelklängen (Cathedral, Jazz, Gospel, Child in Time, Smoke on the water, Surfin' USA ...), finden selbst Einsteiger schnell die passende Vorlage zur Erstellung des eigenen Sounds. Der größte Nachteil der evb3 liegt darin, dass man das Instrument nur über den Erwerb von Logic Pro erhält und dass die evb3 wie eine Orgel gespielt werden möchte. Systemvoraussetzungen: Logic Pro Preis und Bezug 999 Euro (Logic Pro Paketpreis), www.emagic.de (Soundbeispiele im "Demoplayer window" - siehe grüne Flash-Animation im rechten Menübereich; etwas Geduld erforderlich) |