| Drum Machines Vergleichstest
BFD - Groove Agent - RMIV |
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Zur Zielgruppe von BFD zählen alle die ein authentisch klingendes Drumkit in Ihre Kompositionen einbinden möchten. Wer 9 GB Festplattenplatz und 768 MB Ram übrig hat sowie einen hohen Anspruch an die Klangqualität besitzt, der sollte zu BFD greifen. Die Stärke des RMIV der ebenfalls eine mit 1,1 GB recht umfangreiche Klangbibliothek besitzt, liegt darin beliebige Samples einbinden und umfangreich modifizieren zu können. Der integrierte Drum Synthesizer ermöglicht zudem die Erstellung von Beats und hochwertiger Percussion für elektronische Musik, ohne zuvor geeignete Samples selbst erstellen zu müssen. Groove Agent ist vor allem für Einsteiger und alle die mal schnell einen passenden Beat unter die Eigenkomposition legen wollen, interessant. BFD
Die einzelnen Elemente des Drum-Kits können in BFD nicht nur eine eigene Lautstärke sondern ebenfalls eigene Werte für Anschlagstärke (Dynamik), Trim (Dry / Wet - Anteil am Raumklang) und Tune (+/- 1200 cents) erhalten. Weiterhin kann die Position jeder Komponente im Stereo Set beliebig gewählt werden. Zwischen den Mikrofonen im und ausserhalb des Kick Drums sowie unterhalb und oberhalb der Snare lässt sich sogar stufenlos überblenden. Die sechs im Raum verteilten Mikrofone Overhead, Room und PZM (Bodennähe) können über Distance und Width obendrein flexibel Postioniert werden. Als Hilfe wird dabei in der Kit Ansicht sogar die neue Position eingeblendet. Wie spielts sichs denn? Kurze Antwort: Erstklassig. Lange Antwort: Das Kit kann direkt mit dem Keyboard "getrommelt" werden und die von BFD verwendeten Keys können neu belegt werden. Leichter geht's natürlich über einen Schlagzeug-Editor. Ist der passende Beat erstmal fertig, kann dieser in die Groove Librarian von BFD integriert werden. Das bietet den Vorteil, dass Tempo- und Taktwechsel automatisiert von BFD vorgenommen und der eigene Sound sogar im Half-Time Modus ohne Mehraufwand wiedergegeben werden kann. Sehr praktisch ist, dass BFD gleich zwei Soundbänke a 12 Midi-Beats und eine Bank für Fills bietet. Abgesehen von den Fills können die einzelnen Sounds als Loop wiedergegeben werden - wer in einem Song Rhythmen automatisiert wechseln möchte, kann dies über die Töne im oberen Klaviaturbereich (B3-C5) erledigen. Da neben den einzelnen Grooves die passende Note angegeben ist, mit der ein Beat ein bzw. aus geschaltet wird, geht dies sehr bequem und lässt die fehlende Automatisationsmöglichkeit dieser Aufgabe durchaus verschmerzen. Übrigens können Sie auch mehrere Grooves gleichzeitig von BFD spielen lassen, um die Komplexität einfacherer Drumsounds zu erhöhen. Wer sich die Erstellung eigener Grooves nicht zutraut, den lässt BFD ebenfalls nicht im Regen stehen. Die hochwertige Groove Librarian ist mit über 600 (Grooves) und mehr als 200 Fills aus funk, rock, metal, pop, bossa, jazz, latin, bebob, swing und weiteren Stilrichtungen gut gefüllt. Variationsreichtum
Abgesehen von der bereits angesprochenen Half-Time Spielweise bietet BFD die Möglichkeit die Anschlagsstärke und das Anschlagstiming getrennt zwischen Exakt oder mit realistischen Abweichungen (wie von einem Drummer live eingespielt) zu versehen. Das Timing lässt sich zusätzlich mit einem tatsächlich überzeugenden Swing Effekt versehen. Der Spielraum von Timing und Velocity Abweichungen kann darüber hinaus über jeweils einen Graph gezielt an die eigenen Vorstellungen angepasst werden.Fazit zu BFD BFD ist so gut wie Perfekt. Allerdings gibt es keine Midi Learn Funktion und es ist weder möglich eigene Sounds einzubinden noch die bestehenden zu ändern (Originaldateien sind geschützt), aber wer will das bei der gebotenen Qualität schon? Viel ärgerlicher ist, dass zur Automatisierung zunächst die Parameter in Cubase bzw. Logic manuell gewählt werden müssen, bevor eine Aufzeichnung der Automatisierungsdaten erfolgt. Da in Cubase SE nicht alle Parameter angezeigt werden, muss man sich hier zur Not mit weiteren Spuren behelfen. Letzteres ist sogar für Logic und SL/SX Anwender notwendig um die Half-Time Spielweise ein bzw. auszuschalten. Ein entsprechender Automatisationsparameter ist laut fxpansion aber bereits geplant und wird wahrscheinlich als kostenloses Update nachgereicht werden. Weitere Infos und Klangbeispiele Schnittstellen: VST, AU, Rewire, RTAS, Standalone (Hybride Mac und PC Version) Systemvoraussetzungen - Apple PowerMac G4 733 MHz (MacOSX) - 512 mB of RAM (preferably 768 mB or more) - DVD drive Preis / Bezug 279 Euro / fxpansion Groove Agent
Sobald Sie im Sequencer auf Play klicken, wird von Groove Agent ein zum gewählten Stil passender Beat gespielt, der sich dem Tempo und Taktverlauf Ihres Songs automatisch anpasst. Natürlich kann Groove Agent auch selbst mit dem Keyboard gespielt oder ein eigener Beat mit dem Schlagzeug Editor erstellt werden. Wem dies nicht liegt, der sollte auf jeden Fall zur Vollversion greifen, die mit 54 Stilen und 25 Komplexitätsstufen deutlich mehr Varianten als die SE Version (11 Stile, 13 Komplexitätsstufen) aufweist. Da die verschiedenen Grooves sowohl in einer Snare als auch Sidestick Variante vorliegen, verdoppeln sich die Kombinationsmöglichkeiten auf 2.700 verschiedene Beats in der Vollversion und 286 verschiedenen Grooves in der SE Variante. Weiterhin kann der Charakter der Rhythmen dank optionalem Half-Time Feel stark verändert und an passenden Stellen ein Accent (Kick + Crash) gesetzt oder ein zu Rhythmus und Stil passender Fill eingefügt werden. Als weitere Variationsmöglichkeiten können Sie die Lautstärke der einzelnen Elemente beliebig anpassen und den Raumklang verändern. Die Vollversion wartet darüber hinaus mit einem Limiter, einem Shuffle und einem Humanize Regler auf und gestattet es die einzelnen Elemente des Kits ebenfalls in Velocity, Tune (+/- 12 Halbtonschritte), Decay (Ausklangverhalten) sowie Ambience (Anteil im Raumklang) anzupassen. Für Cubase Nutzer ist einer der größten Vorteile der Vollversion jedoch die Midi Out Funktion, mit der die Beats von Groove Agent wie die Daten eines externes Midi Instruments aufgezeichnet werden können. Dies ist sehr wichtig, da die Grooves nicht als einzelne Midi Dateien zum Import vorliegen. Dies ist insbesondere für Logic User ein großer Nachteil, da die Emagic Software es derzeit nicht vorsieht Midi Daten von einem Software Instrument zu empfangen. Ein extra Lob verdient das sehr gute deutsche Handbuch, dem es nicht nur gelingt die Funktionen von Groove Agent verständlich zu erklären, sondern auch dem Laien den richtigen Einsatz von Fills und Co im Songwriting Prozess näher bringt. Leider wird Midi Learn nicht unterstützt und es lassen sich weder eigene Midi Grooves noch eigene Samples als Schlagzeugsounds einbinden. Wer überwiegend eigene Grooves verwenden möchte, aber BFD zu Ressourcen Hungrig ist, den könnte die SE Version von Groove Agent bereits vollauf genügen. Die Vollversion kann wie auch die SE Version mit dem VST-AU Adapter von fxpansion in ein AU Component für Logic und GarageBand konvertiert werden. Damit das klappt, ist die Vollversion zu patchen. Sytemvoraussetzungen - Prozessor G3 500 Mhz - RAM 256 MB (512 MB empfohlen) - Festplatte 300 MB - Betriebssystem Mac OS 9 oder Mac OS X version 10.2 Weitere Infos und Klangbeispiele Klangbeispiele zu SE (Selfmade) Querschnitt der Styles Variationen des Hard Rock Styles Preis / Bezug Vollversion 249 Euro / Steinberg SE Version im Virtual Instruments Bundle 149 Euro / Steinberg RMIV
Der Sampler Sind gerade keine geeigneten Samples zur Hand, so findet sich in der über 1,1 GB großen Bibliothek sicher ein passender Sound. Neben akustischen Kits (unter anderem von Kohlekeller Studio, Dogwood drums oder Off Da Record) finden sich auch von den Groove Criminals spendierte experimentelle Kits und viele samples von drum machines wie 808 und 909. Zur Abrundung der über 170 Drum Kits stehen Congas, Tablas oder Balinese drums sowie ein Afrikanisches Set aus der World und Ethno Abteilung bereit. Die Qualität weis durchaus zu gefallen, wird aber höchsten Ansprüchen nur bedingt gerecht. In Anbetracht der flexiblen Importfunktionen werden Pro's dies dem RMIV gerne verzeihen. Pro Pad können bis zu 30 bestehende Samples im WAV oder AIF Format eingebunden und entweder gleichzeitig abgespielt oder weich bzw. hart übergeblendet werden. Der Bereich der Überblendung als auch der Abschnitt in dem das bzw. die Samples gespielt werden sollen, lässt sich anhand der Velocity Range für Start als auch Stop so flexibel wie genau festlegen. Auch die Länge der Überblendungsbereiche lässt sich auf diese Weise von kurz bis sehr lang frei nach der eigenen Vorstellung definieren. Selbst die Wellenform der Samples lässt sich dank zweier Envelopes für Pitch und Amp ebenfalls auf vielfältige Weise anpassen! So können Sie den Startbereich nacht hinten schieben, den Sample umdrehen, dehnen oder zusammenschieben sowie die "von herkömmlichen Synthesizern" bekannten Werte für Attack, Hold, Decay, Sustain und Release ändern. Bereits mit diesen "Grundfunktionen" lassen sich selbst Orgelklänge zu einem Bassdrum umgestalten!! Als ob das noch nicht genug wäre, stehen zur weiteren Verfeinerung die ebenfalls im Synthesizer verwendeten Bereiche Filter, Varizer, Compressor, Effektgenerator und sogar eine Modulations Matrix zur Verfügung!!! Da nicht nur die eigenen Dateien sondern auch die bestehenden Kits von RMIV auf diese Weise beliebig angepasst werden können, sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Der Synthesizer Eigentlich müsste es die Synthesizer lauten, da zur Erstellung von Kick(1+2), Snare(1+2), Tom, Open Hat, Closed Hat, Cymbals, Claps und Plop spezialisierte Sets bereitstehen. So besitzt Kick1 neben Reglern für Pitch Envolope und den Oscillator auch einen Noise Generator. Die Claps dagegen werden über Anzahl, Release, Gap, Decay, Color und definiert. Wie dem Sampler, stehen auch allen "Modulen" des Synthesizers zusätzlich die Bereiche Filter, Varizer, Compressor, Effektgenerator und die Modulations Matrix zur Verfügung. Der Filter besitzt einen eigenen Envelope und Regler für Cutoff, Resonance und Envelope Depth. Mit dem Varizer erhalten Drum Loops über Stil, Präzision und Frequenz Spektrum einen Sound der eher an eine Live Session als eine Drum Machine erinnert. Der Compressor bietet mit seinen drei Reglern für Release, Threshold und Ratio ebenfalls sehr flexible Einstellmöglichkeiten. Als Effekte wurden dem RMIV ein Bit Crusher sowie Distortion mit auf den Weg gegeben. Zur Krönung des ganzen können einzelne Parameter von Filter, Lautstärke, Stereopanorama neben Compression und Effekten mit der Modulations Matrix abhängig von Werten wie der Anschlagsärke oder über das Modulationsrad beeinflußt werden. Fazit zu RMIV Wer nach einer Drum Machine sucht, die sich flexibel an eigene Vorstellungen anpassen lässt, hat mit RMIV das geeignete Instrument gefunden. Der beeindruckende Funktionsreichtum eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Um wunschlos glücklich zu machen, hätte Linplug die Automatisationsmöglichkeiten von Logic Pro besser unterstützten müssen. Obwohl in Cubase nahezu alles automatisierbar ist, stehen Logic User lediglich die Paramter Pan und Volume global zur Verfügung! Etwas merkwürdig finde ich, dass dem RMIV kein Master Volume Regler spendiert wurde. Auch ein optionales Erweiterungspaket mit hochwertigen Drum Kits hätte RMIV gut zu Gesicht gestanden. Dank der pro Kit bis zu 30 integrierbaren Samples sowie der umfangreichen Überblendungsfunktionen ist mit dem RMIV wesentlich mehr möglich, als von den mitgelieferten Sets geboten wird. Für Einsteiger ist RMIV das falsche Tool, da weder Midi-Grooves noch Fills mitgeliefert werden und die intuitive Möglichkeit von Groove Agent und BFD die Schlagzeugspur "on the Fly" direkt mit der Drum Machine zu erzeugen fehlt. Das englische Handbuch richtet sich ebenfalls an erfahrenere Anwender und erklärt auf über 50 Seiten kompetent alles Wissenswerte über die Handhabung von RMIV ohne jedoch das notwendige Hintergrundwissen zu vermitteln. Immerhin hilft ein Tutorial etwas auf die Sprünge. Linplug hat mir übrigens verraten, dass an einem umfangreichen Erweiterungsset zu RMIV gearbeitet wird, das die meisten meiner Kritikpunkte ausmerzen wird aber wohl nicht vor dem Herbst dieses Jahres zu erwarten ist. Weitere Infos und Klangbeispiele Systemvoraussetzungen: VST2.0 oder AU host, 1100 Mb freie Festplattenkapazität Mac OSX 10.2.6 or higher, 400 MHz CPU, 512 Mb RAM recommended Preis und Bezug: 149 Euro / Linplug |